2026

Als Erstes möchte ich natürlich, auch wenn Ihr es heute, an Tag zwei des Jahres 2026, vielleicht schon etliche Male gehört oder gelesen habt, ein wunderschönes neues Jahr wünschen.

Ein Jahr, das für Euch alle ohne ernste Krankheiten verlaufen möge, mit viel Freude, Kraft und Energie. Ein Jahr, in dem man sich nicht ständig über Kleinigkeiten aufregt oder über Dinge, die nicht in unserer Macht liegen, sie zu ändern. Ein Jahr mit mehr Gelassenheit und ein bisschen mehr Vertrauen.

Gerade vor ein paar Tagen habe ich ein Video gesehen, in dem der Countdown von 1999 auf das Jahr 2000 eingeläutet wurde. Viele Menschen hatten Angst vor diesem besonderen Jahreswechsel. Zum Glück ist keine der vielen Horrorszenarien eingetreten. Wie so oft haben sich wieder einmal viele Menschen in etwas hineingesteigert, das am Ende nicht passiert ist. Wieder einmal hat man sich Sorgen und Ängste gemacht, statt einfach erst einmal abzuwarten.

In den ersten Tagen des Jahres ziehe ich häufig Bilanz über das Vergangene, oft dann, wenn ich bereits im Bett liege. War es für mich persönlich ein gutes Jahr, musste ich mich von einem lieben Menschen verabschieden, war es geprägt von einschneidenden Ereignissen und war es in der Summe so, wie ich es mir für mich und meine Lieben gewünscht hatte.

Es war sicherlich für viele wieder ein herausforderndes Jahr.

Der Ton in unserer Gesellschaft scheint gefühlt noch etwas rauer geworden zu sein. Vieles wird nur noch in Schwarz oder Weiß gesehen, Grautöne scheinen kaum noch im Trend zu liegen.

Politisch wirkt die Welt, als sei sie unter älteren Herren aufgeteilt. Immer die gleichen Phrasen werden heruntergebetet. Das Geld wird für die meisten Menschen immer knapper, während eine immer größer werdende Handvoll über so viel Vermögen verfügt, dass sie kaum noch wissen, was sie damit anfangen sollen.

Die Extreme sind noch einmal größer geworden. An vielen Ecken unserer Erde herrscht bittere Armut, während sich an anderen Orten immer größere Berge an Verschwendung auftürmen. Kleidung passt bei uns nicht mehr in die Kleidercontainer, diese werden teilweise aus unterschiedlichen Gründen abgebaut, während anderswo Menschen im Freien übernachten müssen und frieren. Auch in unserem eigenen Land, einem der reichsten der Erde, gibt es immer mehr Obdachlose. Das ist schwer zu begreifen.

Während ich mich persönlich nicht an einen richtigen Sommer im letzten Jahr erinnern kann, zumindest nicht an zwei Wochen am Stück mit schönem und beständigem Wetter, gehört auch 2025 wieder zu den heißesten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Massive Hitzewellen und Rekordtemperaturen weltweit, dazu Erdrutsche, Überschwemmungen, Fluten und Waldbrände. Und auch wenn ich mir für unser Bundesland wieder einen echten, schönen Sommer wünsche, können wir dennoch froh sein, dass uns die ganz großen Katastrophen bislang eher verschont haben.

Ein Thema, das 2025 allgegenwärtig war und nicht mehr wegzudenken ist, ist die KI, die künstliche Intelligenz. Es ist faszinierend und zugleich beängstigend, wie schnell sich diese Technologie weiterentwickelt hat. Fotos, Videos, Musik, Kunst, es scheint nichts zu geben, was sich damit nicht erstellen lässt. Immer schwerer wird es zu unterscheiden, was echt ist und was künstlich erzeugt wurde. Gleichzeitig bietet KI viele positive Möglichkeiten, die uns, richtig eingesetzt, in den kommenden Jahren auch unterstützen und entlasten können.

Für mich persönlich war es ebenfalls wieder ein Jahr der Hektik und der teils unberechtigten Sorgen. Vieles lief auf den letzten Drücker, manches hat genervt und Kraft gekostet. Doch im Rückblick war das meiste positiv und lehrreich.

Ein echtes Highlight war unser Straßenfest gegen den geplanten Abriss der fünf Nachbarhäuser gegenüber. Wie viel Stress, Organisation und Aufregung damit verbunden waren, lässt sich kaum in Worte fassen. Umso schöner war es zu erleben, wie viele tolle, hilfsbereite und engagierte Menschen wir kennenlernen durften. Das hat den gesamten Aufwand mehr als wettgemacht. Wir sind noch lange nicht am Ziel und unsere Aktionen gehen selbstverständlich weiter, bis dieses Vorhaben gekippt wird. Es bleibt für mich unvorstellbar, dass eine Wohnungsbaugenossenschaft Häuser dieser Art, gerade in der heutigen Zeit, dem Erdboden gleichmachen möchte. Ein echter Skandal. Unterschriften für unsere Petition werden übrigens weiterhin benötigt. Den Link dazu findet Ihr ganz unten unter dem Beitrag. Wir freuen uns über jede Stimme. 

Leider mussten wir uns auch in diesem Jahr wieder von einigen Prominenten verabschieden.
Ozzy Osbourne, Gene Hackman, Val Kilmer, Robert Redford, Hulk Hogan, Laura Dahlmeier, Brigitte Bardot und Papst Franziskus, um nur einige zu nennen. Menschen, die auf ihre Weise Spuren hinterlassen haben.

Was erwartet uns 2026? Die beste Antwort ist vermutlich, wir wissen es nicht. Und vielleicht ist das auch gut so. Wir können ohnehin nur, wie in jedem Jahr, jeden Tag und jede Stunde versuchen, das Beste daraus zu machen. Für uns, für unsere Lieben und, wenn möglich, auch für die Menschen um uns herum, ob nah oder fern.

Wir können die Luft bewusst wahrnehmen, die durch unsere Lungen strömt. Wir können Sonnenaufgänge bestaunen, das Wasser des Meeres an unseren nackten Füßen spüren, uns ehrlich über ein gutes Essen freuen. Wir können Theater- oder Kinobesuche genießen, Konzerte hören, lachen, staunen und still sein. Wir können dankbar sein, wenn wir morgens aufwachen und wenn wir uns abends in unser Bett kuscheln dürfen. Wir können den Blick auf die kleinen Dinge richten und lernen, auch das zu schätzen, was nichts kostet. Und wir können uns an der Nähe und Liebe anderer Menschen wärmen, besonders dann, wenn es kälter wird.

Wir können atmen, bewusst atmen, und das neue Jahr auf uns zukommen lassen, mit all seinen Facetten, mit all seinen Herausforderungen, mit all seinen Wundern und mit all seiner Schönheit.

Wir können das neue Jahr willkommen heißen und versuchen, dass es unser Freund wird.

Link zur Petition gegen den Abriss inklusive aller benötigten Informationen.