Einkaufen 2025

Früher, da ist es wieder, eines meiner Lieblingsworte hier auf meiner Blogseite, also früher war Einkaufen auch noch für meine Oma ohne Probleme möglich.

Ich erinnere mich gerne daran, wie ich vor oder nach der Schule in den Kiosk direkt gegenüber ging, eine Mark auf den Tresen legte und mir dann aus den gefühlt unendlich vielen Gefäßen Naschis aussuchte. Damals füllte der Mitarbeiter im Laden nach Wunsch meine kleine weiße Papiertüte.

Und die war jedes Mal bei der Summe gut gefüllt. Die Auswahl der Läden war überschaubar. Wenn es tatsächlich mal ein Angebot gab, einen Kasten Cola zum Beispiel, hat man sich gefreut und einen gekauft.

Ich lasse die Erinnerungen daran jetzt mal weg, als man noch viele Lebensmittel einzeln, also lose, kaufen konnte. Meine Eltern haben mir immer erzählt, dass sie noch mit der Milchkanne unterwegs waren. Manchmal schummeln sich diese Erzählungen meiner Eltern in meine eigenen Erinnerungen hinein. Je öfter ich darüber nachdenke, desto mehr werden sie plötzlich zu meinen Erfahrungen. Aber ganz so alt bin ich ja nun auch nicht.

Manche Geschichten und Erinnerungen entwickeln bei mir ein, ich nenne es mal, Eigenleben. Sie verändern sich im Laufe der Jahre und bei einigen bin ich fest davon überzeugt, dass sie sich genauso zugetragen haben. Wenn ich sie dann bei einer Gelegenheit mal herauskrame, grinst meine Frau, die sie sich im Laufe der Jahre ja immer mal wieder anhören muss, und spricht mich später darauf an. Sie kennt sie inzwischen besser als ich und weiß, dass die eine oder andere Erinnerung doch etwas anders war. Aber das ist schon fast eine Geschichte für einen eigenen Blogbeitrag.

Heutzutage, genau wie früher, muss man sehen, wo man Geld sparen kann. Also nicht jeder, aber die meisten, würde ich mal behaupten.

Noch vor ein paar Jahren hat man dazu aus der wöchentlich erscheinenden Regionalzeitung ein oder zwei Angebotsblätter vom Supermarkt um die Ecke herausgenommen und genau studiert. Mittlerweile besteht diese Zeitung noch aus etwa vier Seiten und fünfzehn Angebotsbeilagen.

Doch wer heutzutage digital ist, verzichtet schon der Umwelt zuliebe auf die Papierzeitung und Werbung und schaut online nach Angeboten. Von acht Zeitungen haben wir in unserem Haus die Anzahl auf zwei reduziert.

Wenn man ehrlich ist, kauft man Woche für Woche wahrscheinlich achtzig Prozent seines täglichen Bedarfs immer dieselben Artikel. Das Frühstück ähnelt sich täglich, genau wie das Mittag- und Abendessen. Wir versuchen schon, etwas zu variieren, damit man sich darauf freuen kann und auch den Gesundheitsaspekt mit einbezieht. Aber auch bei uns gehören viele Produkte zum Standardsortiment.

Umso einfacher hat man es, nach deren Sonderpreisen zu suchen. Wahrscheinlich kennen mittlerweile die meisten die App Marktguru. Hier speichert man seine Lieblingsartikel ab und wird dann bei Angeboten oder Cashback-Aktionen in den Lieblingsgeschäften benachrichtigt.

Gibt es also die originale Kerrygold Irische Butter im Angebot, müssen auf jeden Fall vier Pakete für das Gefrierfach des Kühlschranks für meine Mama besorgt werden und eines für uns. Gibt es Fritz Kola im Angebot, werden für uns gleich vier oder fünf Kästen gekauft. Damit kommen wir dann aber auch mehrere Monate aus.

Marktguru benachrichtigt uns also und hilft beim Geldsparen. Aber da geht ja noch viel mehr. In den amerikanischen Filmen sah man früher immer, wenn die Leute an den Kassen standen, dass sie ihre Portemonnaies herausholten, die etwa dreißig Zentimeter aufklappten und in denen all die Rabattkarten steckten. Auch das ist natürlich von gestern.

Heutzutage haben die meisten Geschäfte eine eigene App. Wenn ich also ein Brot beim Bäcker um die Ecke kaufe, darf ich nur nicht das Handy zu Hause vergessen, was eigentlich auch nie passiert. Denn ohne App bekommt man das zehnte Brot nicht umsonst, unvorstellbar.

Ob Rewe, DM, Rossmann oder Penny, alle haben eine App. Diese nur vorzuzeigen, um Geld zu sparen, wäre aber viel zu einfach. Zusätzlich gibt es in der App Coupons, die man erst freischalten muss. Kaufst du also ein bestimmtes Produkt, solltest du dich, bevor du den Laden betrittst, auf die Suche nach Coupons machen. Stell dir vor, du versäumst es, kaufst zum Beispiel eine Flasche Baileys und sammelst dafür wertvolle Punkte. Und während du auf dem Sofa deine digitale Quittung anschaust, stellst du fest, dass diese Flasche Baileys statt 11,99 Euro nur 9,99 Euro gekostet hätte, wenn du den Coupon aktiviert hättest. Ein unvorstellbares Ärgernis.

Wichtig ist es also, sich vor jeder neuen Woche hinzusetzen, alle Lieblingsartikel in den digitalen Prospekten genauer unter die Lupe zu nehmen, passende Coupons zu aktivieren und unter Berücksichtigung der Akzeptanzstellen für Payback-Punkte die nächsten Einkäufe zu planen.

Genauso wichtig ist es, im Geschäft darauf zu achten, ob du überhaupt Netz hast für dein Handy. Wie oft ist meine Frau bereits schnell vor die Tür gelaufen, während ich an der Kasse geschwitzt habe, ob sie rechtzeitig zurückkommt, bevor ich an der Reihe bin. Ansonsten sollte man das meist kostenlose WLAN im Laden aktivieren.

Einkaufen ist heutzutage eine kleine Wissenschaft für sich, wenn man wirklich Geld sparen möchte.

Ob die Zeit, die du dafür aufwendest und in deinen Einkauf investierst, immer sinnvoll angelegt ist, musst du natürlich selbst entscheiden. Auf der einen Seite schauen wir tatsächlich häufig, wenn auch nicht immer, auf Angebote. Aber diese vielen Apps nerven uns schon sehr.

Den guten alten Tante-Emma-Laden, in dem Tante oder heutzutage auch Onkel Emma fast jeden mit Namen ansprach, wo man noch anschreiben konnte und komplett entspannt hinein und wieder herauskam, gibt es nun einmal definitiv nicht mehr.

Da soll mich noch mal einer fragen, warum ich oft an die guten alten Zeiten denke.