Hoffnung

Ein Blick auf das Datum lässt mich kurz zusammenzucken. Es ist der 05. September 2025.

Seit ein paar Tagen müssen wir deutlich feststellen: Der Sommer steht bereits auf der Schwelle des Abschieds. Der Herbst wirft seine Schatten voraus. Die Abende werden wieder deutlich kürzer, das Licht muss viel früher eingeschaltet werden.

Alles deutet darauf hin, dass die dunkle, gefühlt immer sehr lange Jahreszeit bevorsteht. Wenn man ihr mit viel Rückenwind begegnet, mit Rückenwind meine ich einen warmen, sonnigen, energiespendenden Sommer, ist es schwer, aber irgendwie zu verkraften. Wenn man aber immer noch das Gefühl hat, gleich käme der Sommer, fällt es umso schwerer.

In Rheinland-Pfalz wurde ein Spitzenwert von 39,3 Grad gemessen, im Durchschnitt lag die Mitteltemperatur bundesweit laut Deutschem Wetterdienst bei 18,3 Grad und damit 2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961–1990 (16,3 Grad).

Was auch immer das genau bedeutet, ich empfand den Sommer einfach als zu kalt und zu unbeständig.

Und nicht nur das Wetter beschäftigt mich. Wenn wir auf das Tagesgeschehen schauen, ist das alles andere als erfreulich. Würde ich hier nur einige der vielen Krisen aufzählen, wäre zum einen meine und Eure Stimmung noch schlechter und so viel Platz habe ich auch kaum. Ich habe immer öfter das Gefühl, ein Hamster im Laufrad zu sein und einfach nicht voranzukommen.

Um es einmal klar auszusprechen: Die Zukunft erscheint wahrlich nicht rosig. Und das spüren wir ganz direkt. Es sind nicht ausschließlich die Bilder, die schreckliches Leid in fernen Ländern zeigen, nein, wir merken es täglich im Alltag.

Alles wird immer teurer, viele sind durch die Arbeit gefrustet, alle scheinen immer mehr Probleme und Ängste zu haben. Selten ein Gespräch, das pure Freude ausdrückt. Einige freuen sich zumindest, dass der HSV wieder in der ersten Bundesliga ist. Aber auch hier gleich die Einschränkung: Der Start war nicht gerade gelungen, genau wie der von Holstein Kiel in Liga zwei.

Ich telefoniere jeden Tag mit einem Kollegen, und irgendwie fällt es uns im Moment beiden schwer, positive Themen zu finden. Ich habe nun vorgeschlagen, jeden Mittwoch nur über angenehme Dinge zu sprechen. Seitdem telefonieren wir an diesem Tag nicht mehr. Nein, nur ein Scherz, aber nur über Positives zu reden fällt uns wirklich schwer.

Vieles auf der Welt können wir nicht ändern, wir haben keinen Einfluss darauf. Aber wir können es immer wieder versuchen.

Wenn man erst einmal in dieses Loch schaut oder bereits hineingefallen ist, wird es häufig immer schwerer, dort wieder herauszukommen.

Die Probleme scheinen im Moment einfach in der Überzahl zu sein. Und die bevorstehende dunkle Jahreszeit macht es nicht einfacher.

Aber dann sage ich mir wieder: Was sollen unsere Eltern und Großeltern sagen, die den Krieg noch live erlebt haben? Was sollen die Menschen sagen, die nicht in Frieden leben? Was ist mit denen, die versuchen, ihre Krankheit zu besiegen, oder denen, für die jeder Tag ein Kampf ist, über die Runden zu kommen?

Spätestens in diesem Moment, in dem ich an diese Menschen denke, freue ich mich darauf, die einbrechende Dunkelheit mit warmem Licht zu erhellen. Eine Kerze anzuzünden, meinen Lieblingstee aufzubrühen und zusammen mit meinem Lieblingsmenschen es uns auf dem Sofa gemütlich zu machen.

Es gibt eigentlich immer einen Grund zur Freude. Manchmal muss man sich etwas mehr Mühe geben, ihn zu finden. Es müssen gar nicht die großen Freuden sein: endlich mal wieder das Lieblingsgericht kochen, ein empathisches Gespräch mit Freunden, das freundliche Anlächeln eines Fremden beim Einkaufen, der Start Deiner Lieblingsserie auf Netflix, ein Sonnenuntergang, der den Himmel in leuchtende Farben taucht, der Feierabend nach einem anstrengenden Tag, ein Spaziergang an der frischen Luft, Musik hören, die gute Laune macht.

Die Liste der angenehmen Kleinigkeiten des Alltags ist lang, man muss sie sich nur vor Augen führen.

Im Moment fällt es vielen schwer, und ich muss mich da einschließen, die Stimmung hochzuhalten. Aber wettertechnisch können ja auch noch ein paar schöne Wochen vor uns liegen. Wir sollten versuchen, diese Tage dann spontan zu nutzen. Der geplante Hausputz kann warten. Einfach noch mal raus an die frische Luft, ein Spaziergang am Meer, die Brise spüren. Oder die Sonne für einen Waldspaziergang nutzen, wenn das Licht durch die verfärbten Bäume Dein Gesicht berührt und Du die angenehme Wärme wahrnimmst.

Das sind die Momente, die uns wieder Hoffnung machen. Dass sich zumindest einige der Krisen auflösen. Dass wieder bessere Zeiten kommen. Für Dich, für mich, für möglichst alle. 

Denn manchmal sind es schon die Kleinigkeiten, die reichen, um neue Kraft und Hoffnung zu schöpfen.


Übrigens, hast Du bereits unsere Petition unterschrieben? Wenn nicht, mach es für die Betroffenen, mach es für eine gute Sache und mache es für mich persönlich. 

Hier gehts zur Petition: openpetition.de/!ywsgt

Worum es genau geht kannst Du hier meiner extra dafür eingerichteten Seite entnehmen:  

https://erlebnisreicher.de/lornsenstrasse-52-60/